Siegfried Gatzke

* 12. 8. 1930 Berlin -
† 11. 6. 1940 Brandenburg/ Havel

Siegfried Gatzke wurde am 12. August 1930 in Berlin geboren.
Er wurde am 11. Juni 1940 in der Heilanstalt Brandenburg ermordet.

Die Heilanstalt Brandenburg wurde 1939 als vorgebliche Krankenanstalt eingerichtet, diente aber in Wirklichkeit als Massentötungsanstalt. Sie befand sich in der Neuendorfer Straße 90 c in einem alten Zuchthaus. In den Gebäuden war von 1933 bis 1934 zunächst das KZ Brandenburg untergebracht. Insgesamt 8.989 psychisch Kranke und geistig Behinderte wurden in nur 11 Monaten zwischen Februar und Dezember 1940 in einer Gaskammer umgebracht, unter ihnen mehr als 400 Juden. Im Juni 1940, dem Monat, in dem Siegfried Gatzke starb, wurden mit ihm insgesamt 1.431 Menschen ermordet. Die Tötung der Menschen erfolgte mit Kohlenstoffmonoxid. Die Gaskammern waren als Duschen getarnt. Die Bedienung des Gashahns war den vorgesetzten Ärzten vorbehalten, im Laufe der Aktion wurde er jedoch auch häufig von nichtärztlichem Personal bedient. Die Leichen wurden nachts in zwei mobilen Öfen verbrannt. Die letzte Vergasung fand am 29. Oktober 1940 statt. Dabei wurden Kinder aus der psychiatrischen Anstalt in Brandenburg-Görden ermordet.

Quelle:
Schöneberger Kulturarbeitskreis e.V.
AG Stolpersteine
c/o Museen und Archiv Tempelhof-Schöneberg Berlin

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