Heinz Heuer

* 3. 4. 1903 (Ort unbekannt) -
† 10. oder 11. 6. 1941 Hadamar

Heinz Heuer besuchte die Volksschule. 1917 begann er eine Lehre als Stein- und Holzbildhauer. Ab 1923 arbeitete er als freischaffender Bildhauer im norddeutschen Raum. Er schuf mehrere große Steinplastiken am so genannten Artländer Dom in Ankum (St. Michael, Madonna mit Kind, Kruzifix und Schnitzereien). Er lebte in der Goldtstraße 29 in Osnabrück.

Felten_Mathilde_Stolperstein.jpgEine nicht ausgeheilte Krankheit führt bei ihm zu psychischen Störungen. Der Pfleger berichtete: "Der Gesundheitszustand meines Pfleglings hat sich eher verschlimmert denn gebessert. Er wird wohl dauernd anstaltsbedürftig bleiben. [...] (Osn, den 9. Sept. 1935)". Ein weiterer Bericht vom 28. März 1940 gibt an: "Trotz der Malaria Kur hat sich der Gesundheitszustand des Kranken nicht gebessert; die Krankheit ist auf dem toten Punkt stehen geblieben. Heuer wird mit Bastelarbeiten in den Räumen des Klosters beschäftigt. [...]". Eine Postkarte an das Amtsgericht OS aus der Landes-Heilanstalt Eichberg im Rheingau vom 22.4.1941 teilt mit: "Der am 3.4.1903 [...] geborene geisteskranke Heinz Heuer aus Osnabrück ist heute in die hiesige Anstalt aufgenommen [...] worden. Der Direktor (Unterschrift: Mennecke)". Anfang Juni wurde Heinz Heuer in einem Sammeltransport von Eichberg nach Hadamar deportiert und dort am 9. oder 10. Juni ermordet. Ein Schreiben aus Hadamar an den Vormund vom 24.6.1941 lautet: "[...] Hiermit teilen wir Ihnen mit, das Ihr Pflegling, Herr Heinrich Heuer, der im Rahmen der Maßnahmen der Reichsverteidigung in unsere Anstalt verlegt wurde, am 24.6.1941 infolge Lungenentzündung und anschließender Kreislaufschwäche unerwartet verstorben ist. Die Mutter des Verstorbenen wurde bereits von uns verständigt. Eine Sterbeurkunde zur Vorlage bei Behörden fügen wir bei. Heil Hitler! (Unterschrift: Mall)".

ges./korr.: Schubert

Quellen: "Verlegt nach Hadamar" Begleitband – einer Ausstellung, Kassel 1994 Staatsarchiv Osnabrück Rep 950 Osn Nr.630, Namensliste Eva Berger, Die Würde des Menschen ist unantastbar, Bramsche 1999, S. 277, Aufnahmebuch Männer StaOs Rep 727 Akz 17/83 Nr. 1, Durchsicht Dr. Lilienthal Hadamar Gedenkstätte Hadamar, Akte im Bundesarchiv Berlin vorhanden unter K(oder R) 179 (Hinweis: Dr. Lilienthal, Hadamar)

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