Karl Rasch

* 3. 1. 1891 Sprokinnen (Ostpreußen) –
† 19. 11. 1943 Obrawalde

raschkKarl_stolperstein.jpgKarl Rasch wurde am 3. Januar 1891 in Sprokinnen (Ostpreußen) geboren und evangelisch getauft.
Herr Rasch erlernte den Beruf eines Schlossers; 1926 heiratete er und hatte zwei Kinder.
Am 28. November 1908 wurde er erstmals in die Wittenauer Heilstätten (heute Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) aufgenommen. Er litt unter epileptischen Anfällen, wurde aber bereits nach kurzer Zeit, am 15. Dezember 1908, wieder entlassen. Im Ersten Weltkrieg wurde Karl Rasch als tauglich gemustert, als Soldat erlitt er durch einen Granatsplitter eine Verwundung am rechten Knie. Aufgrund dieser Verletzung wurde er zu 50 Prozent berentet.

Aus den vorhandenen Unterlagen geht hervor, dass Karl Rasch von Dezember 1933 bis Juli 1939 wegen seiner Anfälle immer wieder in die Wittenauer Heilstätten aufgenommen und dort behandelt wurde. Am 6. Juni 1934 wurde er im Rudolf-Virchow-Krankenhaus zwangsweise sterilisiert. In dem Aufnahmeprotokoll vom 22. April 1937 wurde das Krankheitsbild von Karl Rasch wie folgt bewertet: „Demnach leidet R. an Epilepsie mit Dämmerzustand. Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt […] ist erforderlich. (wegen gemeingefährlicher Geisteskrankheit).“
Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, am 12. Juli 1939, wurde Karl Rasch „zur Verlegung nach Obrawalde vorgeschlagen“.
Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass Karl Rasch gegen seinen Willen in der Heil- und Pflegeanstalt Obrawalde bei Meseritz, etwa 150 Kilometer östlich von Berlin gelegen, festgehalten wurde. Auf einer Postkarte an seine Frau und Tochter (die von der Anstaltsleitung zurückgehalten wurde) schreibt er: „Ich habe es sehr schwer und werde hier festgehalten. Man hat keinen Grund mich einzuschließen und hält mich fest und schon über ein Jahr.“ Trotz seines jahrelangen Aufenthaltes in Obrawalde gibt es in seiner Krankengeschichte kaum Einträge über diese Zeit.
Therapeutische oder pflegerische Maßnahmen wurden nicht dokumentiert. Der letzte Eintrag über den Tod von Karl Rasch am 19. November 1943 lautet: „gehäufte Krampfanfälle“. Tatsächlich lassen die Umstände seines Todes darauf schließen, dass Karl Rasch in Obrawalde in einem dort tausendfach geübten Verfahren mit einer Überdosis Medikamenten vergiftet wurde.

Die Biografie wurde von Steffi Krause erarbeitet.

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