Nach der NS-„Euthanasie"

von Stefanie Westermann

Der Umgang mit der NS-„Euthanasie“ in der Bundesrepublik Deutschland

„Für die Kranken und Behinderten gab es 1945 keine Zäsur, die vergleichbar wäre mit der Befreiung der überlebenden Häftlinge aus den Konzentrationslagern.“[1] Es öffneten sich nach dem Ende des „Dritten Reichs“ keine Tore, und die Lebenswelten im Inneren der Anstalten blieben bedroht: Die Sterbeziffern in vielen Heil- und Pflegeanstalten waren aufgrund einer weiterhin eklatanten Mangelsituation in der unmittelbaren Nachkriegszeit weiterhin hoch,[2] die Lebenssituation vieler Patienten für Jahrzehnte menschenunwürdig.[3] Die Überlebenden stießen, folgt man den wenigen Hinweisen, die es bislang gibt, auf wenig Gehör oder gar Unterstützung zur Bewältigung ihrer traumatischen Erfahrungen.[4]

Sowohl innerhalb der Institution Psychiatrie,[5] als auch außerhalb schwieg man zumeist über die Vergangenheit – nicht zuletzt angesichts massiver Versorgungsprobleme und aus Angst vor einem weitgehenden Vertrauensverlust gegenüber der Psychiatrie.[6]

Betroffene Angehörige, insbesondere Kinder der Ermordeten, erlebten die Tötung eines Familienmitglieds als „lebensunwerten“ Psychiatriepatienten oftmals als traumatisierend und stigmatisierend und schwiegen häufig selbst innerhalb ihrer Familien über das Erlebte.[7] Dennoch stellt sich der Umgang mit der NS-„Euthanasie“ nach 1945 nicht als monolithischer Block dar. Immer wieder gab es Versuche, den Massenmord an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in das Bewusstsein der Psychiatrie wie der Gesellschaft insgesamt zu rücken,[8] liefen die Verbrechen in öffentlichen Diskussionen zumindest als „Subthema“ mit.[9] Einzelne – vor allem juristische und theologische Texte – bemühten sich um Reflexionen,[10] erste Gedenkinitiativen um Erinnerung an den Orten der Verbrechen.[11]

Gleichzeitig blieben diese oft unkonkret,[12] waren wissenschaftliche Beiträge, die sich mit Einzelheiten der NS-„Euthanasie“ beschäftigten, zunächst die Ausnahme.[13] Es sollte bis Ende der 1970er-Jahre dauern, bevor sich die (medizin)historische Forschung – angestoßen und popularisiert nicht zuletzt durch den Journalisten Ernst Klee – ebenso wie regionale Initiativen intensiver mit der Thematik zu befassen begannen.[14]
Gleichwohl waren zahlreiche Informationen über die Massentötungen bereits in der frühen Nachkriegszeit vorhanden: Staatsanwaltschaften ermittelten von Beginn an auch gegen „Euthanasie“-Tatbeteiligte. Eine der ersten und zugleich weit beachteten juristischen Aufarbeitungsbemühungen war der 1946/47 stattfindende Nürnberger Ärzteprozess, in dem 20 Mediziner und drei Nicht-Mediziner unter anderem wegen der Beteiligung an der NS-„Euthanasie“ vor Gericht gestellt wurden.[15] Verhängten die Richter hier – ebenso wie in anderen Verfahren während der unmittelbaren Nachkriegszeit – für einige der Angeklagten die Todesstrafe bzw. hohe Haftstrafen, so änderte sich der juristische Umgang mit den „Euthanasie“-Verbrechen sehr bald.

Skandalös war der Beschluss des Hamburger Landgerichts, in dem die Kammer 1949 die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen Beteiligte der Kinder-„Euthanasie“ mit den Worten ablehnte, die „Verkürzung lebensunwerten Lebens“ sei keine Maßnahme, „welche den allgemeinen Sittengesetzen widerstreitet“.[16]

Auch wenn es in anderen Verfahren zumeist zu einer prinzipiellen Ablehnung der „Euthanasie“ kam, so war man doch vielfach bereit, den Tätern zahlreiche Entlastungsmomente – vom Verbotsirrtum bis zur Pflichtenkollision – zuzugestehen.[17] Die Folge waren zahlreiche Verfahrenseinstellungen bzw. äußerst milde Urteilssprüche.[18] Die Bilanz der juristischen Auseinandersetzung fällt aber auch in quantitativer Hinsicht ernüchternd aus: Alle Ermittlungsverfahren zur NS-„Euthanasie“ zusammen entsprechen lediglich 1,2 Prozent aller Verfahren wegen NS-Gewaltverbrechen[19].

Nicht nur hier spielte die NS-„Euthanasie“ eine untergeordnete Rolle, auch in der ost- wie westdeutschen – und soweit bislang bekannt auch europäischen – gesellschaftlichen Wahrnehmung,[20] in Geschichtsbüchern, Lexikoneinträgen und bei öffentlichen Gedenkveranstaltungen zum Nationalsozialismus. Analog hierzu konnten die Opfer, in diesem Fall insbesondere die Kinder der „Euthanasie“-Opfer, jahrzehntelang auf keinerlei Anerkennung und finanzielle „Wiedergutmachung“ hoffen. Erst seit den 1980er-Jahren wurden Einmalzahlungen in Höhe von 5000 DM und in seltenen Fällen geringe monatliche Beihilfen nach dem Allgemeinen Kriegsfolgegesetz (AKG) ohne Rechtsanspruch gewährt. Im Januar 2011 beschloss der Deutsche Bundestag eine Erhöhung der laufenden Leistungen auf 291 € pro Monat. Hierbei galt bis 2002 als Bemessungsgrundlage eine zum Zeitpunkt der Ermordung des Elternteils vorhandene Altersbegrenzung von unter 21 Jahren, wobei mit dem „Versorgungsanspruch“ der Kinder argumentiert wurde, seitdem wurde die Altersbegrenzung auf 27 hochgesetzt. Bezüglich der seit Beginn des Jahres 2011 geltenden höheren monatlichen Beihilfe gibt es offenbar Schwierigkeiten mit der zuständigen Behörde.[21] Eine förmliche Anerkennung als NS-Verfolgte fand bis heute nicht statt.

Blickt man auf die Gegenwart der Erinnerungskultur, so gibt es mittlerweile zumindest in den ehemaligen Tötungsanstalten der „T4“ institutionalisierte Gedenkstätten, die seit den 1980er Jahren entstanden. Der Verweis auf die NS-„Euthanasie“ findet sich in zahlreichen medizinethischen Debatten, es werden Stolpersteine für „Euthanasie“-Opfer verlegt und an prominenter Stelle öffentlich ihrer gedacht. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung aber sind die Massenmorde bis heute kaum präsent. Das Nachdenken über die Gründe hierfür könnte auch zu einer selbstkritischen Überprüfung des gegenwärtigen Umgangs mit psychischer Erkrankung und Behinderung beitragen.

Literatur

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Eine Bibliographie zum Umgang mit behinderten Menschen im „Dritten Reich“ – und heute

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Psychiatrie und Gesellschaft 1860–1980

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Heilkunst in unheilvoller Zeit. Beiträge zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus
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Es fehlt an Bildern wie an Sprache
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Hungersterben in der Psychiatrie 1914–1949

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Psychiatriereform als Gesellschaftsreform. Die Hypothek des Nationalsozialismus und der Aufbruch der sechziger Jahre
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NS-„Euthanasie“ im Land Oldenburg
Untersuchung von Erinnerungsarbeit und Geschichtsverarbeitung. Zwischenbericht eines zweijährigen Forschungsvorhabens

in: Arbeitskreis zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und Zwangssterilisation (Hg.),
Tödliches Mitleid. NS-„Euthanasie“ und Gegenwart.
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Alfred Fleßner
Zur Aufarbeitung der NS-„Euthanasie“ in den Familien der Opfer

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NS-„Euthanasie“ und Erinnerung. Vergangenheitsaufarbeitung – Gedenkformen – Betroffenenperspektiven
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Sondernummer: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte
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Mediziner: Operation Volkskörper

in: Norbert Frei (Hg.),
Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945
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Hadamar. Heilstätte – Tötungsanstalt – Therapiezentrum
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Die Heyde/Sawade-Affäre
Wie Juristen und Mediziner den NS-Euthanasieprofessor Heyde nach 1945 deckten und straflos blieben

Nomos Verlag, Baden-Baden 1998


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Zwangssterilisierte und „Euthanasie“-Geschädigte:
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Die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion „T4“ und ihre Opfer. Geschichte und ethische Konsequenzen für die Gegenwart
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Zwischen „Euthanasie“ und Psychiatriereform
Anstaltspsychiatrie in Westfalen und Brandenburg: Ein deutsch-deutscher Vergleich (1945–1964)

Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn u.a. 2010


Ludwig Hermeler
Die Euthanasie und die späte Unschuld der Psychiater
Massenmord Bedburg-Hau und das Geheimnis rheinischer Widerstandslegenden

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Hans Günter Hockerts
Wiedergutmachung in Deutschland
Eine historische Bilanz 1945–2000

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Das ist wohl ein Stück verdrängt worden ...“
Zum Umgang mit den „Euthanasie“-Verbrechen in der DDR

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Vielstimmiges Schweigen: neue Studien zum DDR-Antifaschismus
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Die nationalsozialistischen Krankenmorde zwischen Tabu und Argument
Was lässt sich aus der Geschichte der NS-Euthanasie für die gegenwärtige Debatte um die Sterbehilfe lernen?

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Hans-Walter Schmuhl
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Was ist typisches NS-Unrecht?
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Zur Rezeption der NS-Vergangenheit durch die deutsche Psychiatrie

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Stefanie Westermann
„Die deutsche Ärzteschaft und ihre Standesvertretung will auch heute mit solchen Personen nichts zu tun haben.“
Die NS-Medizin im Spiegel des Deutschen Ärzteblattes

in: Richard Kühl, Tim Ohnhäuser & Gereon Schäfer (Hg.),
Verfolger und Verfolgte. Bilder ärztlichen Handelns im Nationalsozialismus
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Auswahlbibliographie zu Eugenik, Rassenhygiene, Zwangssterilisation, NS-„Euthanasie“ und deren Strafverfolgung nach 1945

in: Klaus-Dietmar Henke (Hg.),
Tödliche Medizin im Nationalsozialismus. Von der Rassenhygiene zum Massenmord
Böhlau Verlag, Köln 2007 (S. 291-338)
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