Nachruf auf Artur Hojan

In Erinnerung an Artur Hojan, geb. 7. August 1973, gest. 9. Februar 2014

Artur wurde in Kościan geboren und studierte in Poznań Geologie. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Journalist und entwickelte sein Interesse für die nationalsozialistischen Verbrechen, insbesondere die Patientenmorde, im besetzten Polen. An seinem Wohnort in Koscian wurden im Jahr 1940 die Patienten des psychiatrischen Krankenhauses ermordet. 2005 gründete er zusammen mit Cameron Munro die Tiergartenstrasse4Association mit dem Ziel, NS-Massenverbrechen wie die so genannte Euthanasie, den Holocaust im Warthegau und die Außenlager von Auschwitz systematischer zu erforschen.

Artur war entscheidend daran beteiligt, die Website des Vereins zu erstellen. Drei Jahre lang organisierte und führte er in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Museum Auschwitz Feldforschung zu den Außenlagern des ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau durch. Er war ein ebenso gesuchter Vortragender auf Konferenzen wie Beiträger zu Zeitschriften und Sammelbänden und publizierte zur NS-„Euthanasie“, zur Eugenik und mobilen Gaskammern. Eine Übersicht zu Arturs Arbeiten findet sich aus der Tiergartenstrasse4-Website.

Bis zu seinem Tod arbeitete er an einem Buch über das polnische Arbeitskommando im Vernichtungslager Kulmhof. Es bleibt die Hoffnung, dass es als würdiges Andenken an Artur und seine Arbeit publiziert werden wird.

Nach seinem Tod wurde die Tiergartenstrasse4Association nach Berlin verlegt und als Tiergarten4Association neu gegründet. Wir widmen unsere laufende Arbeit dem Andenken an das Leben und die Arbeit von Artur Hojan.

Artur war ein echter Freund. Seine Hingabe an seine Forschungen zu den NS-Massenverbrechen im besetzten Polen bleibt unübertroffen. Er hinterlässt seine Frau und seine Tochter, die auf sein kurzes Leben und die vielen Errungenschaften stolz sein können. Artur wird nicht vergessen werden.

^ Vissza az elejére