Stadtplanung

von Almut Jirku

Das Kulturforum - Urbane Landschaft und Architekturexzellenz trifft Kultur

Drei Säulen prägen das neue prozessorientierte Konzept. Der Scharounschen Idee der Stadtlandschaft folgend wird nach Entwürfen der Landschaftsarchitekten Valentien + Valentien der Freiraum wieder stärker landschaftlich und grün geprägt.

Das Kulturforum strahlt trotz seiner herausragenden Kultureinrichtungen etwas Provisorisches aus. Deshalb müssen wir den öffentlichen Raum aufwerten. Dadurch stellen wir einen räumlichen Zusammenhalt her, der aus dem Raum erst ein Forum der Kultur macht.

Nördlich der Philharmonie ist die der zentrale „Gedenk- und Informationsort T4“ geplant, auf den heute unbebauten Anteilen des ehemaligen Grundstückes Tiergartenstr. 4.

Abbildung des Plans
geplante Entwicklung des Kulturforums mit einem zentralen Gedenk- und Informationsort T4
Quelle:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. II


Freiraumplanung
Das Konzept der Landschaftsarchitekten Valentien + Valentien ordnet das Kulturforum neu und inszeniert wichtige Sicht und Wegebeziehungen zwischen den kulturellen Einrichtungen. Es sorgt für eine verbesserte Orientierung und Auffindbarkeit von Eingängen.

Philharmonie und Kammermusiksaal
Die Philharmonie erhält ein attraktives Entrée, das sich zum Potsdamer Platz hin orientiert. Mit diesem Freiraumfoyer wird aus der ehemaligen Rückseite des Ensembles eine zweite Vorderseite. Der großzügige Platz weist den Weg zum Eingang. Die bisher vorhandenen Parkplätze werden aufgelöst und grün angelegt.

Scharounstraße
Im Bereich der Scharounstraße entsteht eine weitere Platzfläche. Sie gleicht in Form und Ausgestaltung dem Vorplatz der Philharmonie und lenkt den Besucher zur Piazzetta und den dort angesiedelten Museen. Der Platz ist für den Verkehr gesperrt – nur die öffentliche Buslinie kann ihn queren.

Zentrale Freifläche
Die Oberfläche des Platzes wird zum Rasenteppich. Sie kann zur Erholung, aber auch für Veranstaltungen genutzt werden. An der Scharounstraße/Potsdamer Straße ist der Bau eines Besucherpavillons vorgesehen.

St. Matthäus-Kirche und Herbert-von-Karajan-Straße
Die Kirche wird durch das Freiraumkonzept eingebunden. Der Verkehr wird deutlich reduziert. Die neue Herbert-von-Karajan-Straße nimmt Stellflächen für Reisebusse, Taxis und mobilitätseingeschränkte Menschen auf.

T4 Fläche
Im Norden der Philharmonie gestaltet das Land Berlin gemeinsam mit dem Bund den zentralen „Gedenkort T4“. Hier befand sich die geheime zentrale Dienststelle der Nationalsozialisten, wo die sogenannte „Euthanasie“, die Ermordung von kranken und behinderten Menschen bzw. einfachen Patienten, geplant und organisiert wurde. Die Ausgestaltung soll durch einen Wettbewerb gefunden werden. In diese Planungen sind die „Stiftung Topographie des Terrors“ und die Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ und der Runde Tisch T 4 eingebunden.

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. II

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