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Teberda |
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Sanatorium für Knochentuberkulosepatienten(Teberda)
Siechenheim in Teberda
Über diesen Ort
Dr. Irina Rebrova
Die heilenden Eigenschaften des Teberda-Tals, das in der heutigen Republik Karatschai-Tscherkessien liegt, wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zur Behandlung von Tuberkulosepatienten genutzt. In den 1930er-Jahren entstanden im Kurort Teberda mehrere Sanatorien, in denen auch heute noch Patient:innen behandelt werden. 1942 befanden sich in den Sanatorien in Teberda an Knochentuberkulose erkrankte Kinder, die im Herbst 1941 aus der Autonomen Sowjetrepublik Krim hierher evakuiert worden waren.
Während der deutschen Besetzung des Kurorts starben ca. 500 Kinder mit Behinderungen an Hunger und Entkräftung. Am 22. Dezember 1942 fuhr ein Gaswagen zum Eingang eines der Sanatorien. Die Mitglieder der Einsatzkommando 12 der Einsatzgruppe D drohten mit Erschießung und befahlen den Mitarbeitern des Sanatoriums, bettlägerige tuberkulosekranke Kinder ab drei Jahren in den Wagen zu bringen. Hauptsächlich jüdische Kinder wurden von den Deutschen selektiert.
Laut einer Akte der Außerordentlichen Staatlichen Kommission wurden 54 Kinder „wie Holzscheite in mehreren Lagen im Laderaum des Wagens gestapelt. Die Deutschen schlugen die Tür des Wagens zu, leiteten vorbereitetes Verbrennungsgas in den Laderaum und verließen den Hof. Nach einer Stunde kam der Wagen leer in die Ortschaft zurück. Alle diese Kinder wurden von den Deutschen getötet und auf dem Gebiet des Kurorts Teberda in die Teberda-Schlucht nahe dem Gunatschgir geworfen.“ [Gemeint ist wahrscheinlich eine Schlucht in der Nähe des Flusses Gonatschchir, 15 km südlich von Teberda].
Die Knochentuberkulose-Sanatorien für Kinder wurden erst im Sommer 1945 aus Teberda in die Autonome Sowjetrepublik Krim reevakuiert.
In Teberda gibt es viele verschiedene Sanatorien, aber es gibt keine Erinnerung an die Opfer. Vor Ort ist es schwierig zu erinnern, da die Einheimischen, das Karatschai-Volk 1943 als Landesverräter beziechnet und nach Zentralasien deportiert wurde. Die Beteiligung der lokalen Bevölkerung in das Verbrechen während der Besatzung ist bis heute ein unerwünschtes Thema.
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